Zungenclick – endlich mal die Hände frei haben :-)

Ich bin ein großer Fan des Clickers und verwende ihn super gerne. Der Clicker und sein unverwechselbares Geräusch haben soviele  Vorteile, das ich nie mehr auf ihn verzichten möchte. Trotzdem bemerke ich in letzter Zeit, das ich immer mehr dazu übergehe, mit dem Zungenclick zu arbeiten. Ja, selbst wenn ich den Clicker in der Hand habe, höre ich manchmal meine Zunge clicken – es ist mir wohl irgendwie in Fleisch und Blut übergegangen.

Was ist der „Zungenclick“?

Das ist wirklich schwierig zu beschreiben und so habe ich mich auf der Suche nach einer entsprechenden Video-Anleitung und als ich schon fast aufgeben wollte, ist mir dieses Video in Finger geraten. Ich weiss nicht, wofür der Junge Mann den Zungenclick braucht, aber er macht es ziemlich perfekt vor. 🙂

Es ist also ein völlig anderes Geräusch, als ein Schnalzen. Man kann also immer noch schnalzen um einen Pferd zu sagen; es möge bitte etwas schneller laufen. Wie ihr selber hören könnt, ist das Geräusch ziemlich markant und dem Klicken eines Knackfrosches sehr ähnlich. Soweit so cool !!! Jetzt kommt der Nachteil. Ich habe beinahe ein Jahr gebraucht um ihn zu lernen. Es ist nämlich gar nicht so einfach und ich habe zwischendurch immer wieder gedacht: Das lernst du nie!

Clicker-leckerlis

Nein, der Zungenclick wird nicht mit der Ponyzunge erzeugt, aber Atli´s Zunge ist halt soviel schöner als meine! 🙂

Der Zungenclick hat also ziemlich viele Vorteile, man hat die Hände frei, man kann ihn nicht vergessen, auch beim Reiten zu Clickern fällt natürlich viel leichter. Auch das Geräusch scheint für die Tiere ziemlich eindeutig zu sein, während ich hier vor dem Rechner sitze und immer wieder probiere, welche Lautstärke in mit meinem Zungenclick hinbekomme. sitzt mein Aussie Dave neben mir und stubst mich an: Frei nach dem Motto – du hast geclickt – wo bleibt mein Leckerli.

In dem Buch von Alexandra Kurland gibt es 2 Seiten lange Anleitung, wie man den Zungenclick erzeugen kann. Das hat mich am Anfang ein wenig abgeschreckt, aber so nach und nach habe ich mich durchgebissen. 🙂

Nachteile des Zungenclicks 

  • Anfangs vertut man sich schnell mal, wenn ein Click rauskommen soll, formt er Mund auf einmal ein Schnalzen und andersherum. Nach ca. einem Jahr Übungsphase  funktionieren die Automatismen aber ganz gut und es wird immer besser. 🙂
  • Das wohl größte Problem ist die Schnelligkeit; mit dem Clicker ist man einfach schneller, als mit Zungenclick oder Markerwort.
  • Ein weiteres Problem ist fehlende Timingkontrolle. Ähnlich, wie beim Markerwort spielt uns das eigener Gehirn beim Zungenclick ein perfektes Timing vor, auch wenn dies nicht der Fall ist, das ist bei im eigenen Körper produzierten Lauten leider so. Der Makel der fehlenden Timingkontrolle bleibt also. Aber wie oft versagt auch der Clicker, weil ich z.B. mit behandschuhten Händen nicht schnell genug drücken konnte, ich auf die falsche Seite gedrückt habe oder Leckerchenkrümel sich an der Metalllasche verklebt haben.

Mein Fazit: 

Für mich überwiegen die Vorteile des Zungenclicks, gerade wenn ich anspruchsvolle Bodenarbeits-Lektionen mit dem Kappzaum erarbeiten möchte oder gar reiten möchte, brauche ich im allgemeinen meine beiden Hände. Der Fingerclicker ist zwar eine Möglichkeit, bisher habe ich aber noch kein Fabrikat gefunden, was mich wirklich überzeugt. Es soll ja in Amerika Clicker-Ringe geben, aber bisher habe ich die auf dem deutschen Markt noch nicht entdeckt, das wäre vielleicht noch mal eine Alternative.
Wenn Ihr eine Empfehlung für mich habt immer her damit 🙂 

Gerade beim Erlernen von neuen Lektionen oder wenn es auf besonders schnelle Reaktionen ankommt, wie z.B. beim Micro-Shaping, werde ich natürlich immer wieder auf den Clicker zurückgreifen, aber für mich ist der Zungenclick in der täglichen Arbeit durchaus eine Alternative.

Links: 

Bevor ich das mit dem Zungenclick tatsächlich alltagstauglich hinbekommen habe, habe ich schon mal Markerwort und Clicker miteinander abgewogen.  Clicker contra Markerwort 

 

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2 Gedanken zu „Zungenclick – endlich mal die Hände frei haben :-)

  1. Susi

    Hallo,

    ich bin bei der Suche nach dem Thema Zungenclick auf eure Seite gestoßen und hab mir auch gleich ein paar Videos auf Youtube von euch angeschaut. Da ich erst seit 3 Wochen mit meinem Herr Pony klickere sauge ich natürlich alles auf wie ein Schwamm und freue mich über Erfahrungsberichte und auch die Filme natürlich, da bekommt man so einen guten Eindruck, wie man etwas machen kann und wie gut das eigene Pony es hinbekommt. Das hilft manchmal beim Geduldigsein.
    Den Zungenclick bräuchte ich manchmal auch, oft hat man einfach zu wenig Arme. Der Zungenclick, den ich ein paar mal ausprobiert habe, war bisher meinem Schnalzen ähnlich, was ich natürlich problematisch finde, wegen der Doppelnutzung beim Treiben.
    Die hier vorgestellte Variante ist sehr interessant, allerdings habe ich ein Problem bei der Sache. Ein echter Clicker, klickt ja beim Drücken immer zwei Mal, also einmal wenn man draufdrückt und wenn er wieder in seine Ursprungsposition zurückspringt. Das bekomme ich mit dem hier vorgestellten Zungenclick aber nicht hin und ich weiß auch nicht ob das mit viel Übung klappen würde. Mit dem Schnalzclick ist das kein Problem.
    Bekommt ihr das mittlerweile hin? Oder habt ihr andere Clicker?
    Ich finde ehrlichgesagt das Schnalzgeräusch das ich mache dem Clicker auch ähnlicher. Ich habe mir auch überlegt, ob es helfen würde, wenn man zum Treiben beim Reiten mindestens 3 mal schnalzt um einen deutlichen Unterschied zu machen. Ich hab auch schon überlegt beim Treiben auf das Kussgeräusch auszuweichen, allerdings nimmt man das ja dann mal für den Galopp.
    Über eure Meinung und Tipps würde ich mich sehr freuen.
    Susi

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