Unser Weg

Atli

Mit Atli habe ich den Spanischen Schritt konventionell auf einem Zirkuslektionen-Kurs erlernt. Dabei wird das Pferd mit einer Gerte touchiert, bis es das entsprechende Bein bewegt. Bei meinem kleinen „Sensibelchen“ hat das auch gut funktioniert. Schwieriger wird das bei Pferden, die Gertenzeichen gerne ignorieren, da muss dann das „Ärgern“ gesteigert werden. Ich habe es auch schon erlebte, das Kursteilnehmer ihre Pferde mit einem Zahnstocher gepikst haben, um eine Reaktion zu bekommen.

Das Problem bei dieser Vorgehensweise ist, das diese Abwehrreaktion schnell in Aggression umschlägt und man sich so gleich Aufstampfen und Drohgesten mit einfängt.

Bei Atli ist diese Gefahr nicht so gross, dafür hat er andere Marotten entwickelt. So kann beim spanischen Schritt schon mal die Pferdenase an dem Futterbeutel kleben, um eindeutig auf die „mangelhafte“ Belohnungsrate hinzuweisen. Das führt  manchmal zu einer etwas  linkslastigen Ausführung.  🙂

Spanischer Schritt zählt zu Atli´s Lieblingslektionen, das heisst, wenn er sich anderen Übungen ganz doll anstrengt, kann man ihm mit einer kurzen Seite Spanischen Schritt immer eine Freude machen. Manchmal belohnt er sich auch selbst, wenn er z.B. in einer Reitstunde mit meiner jüngsten Tochter nur noch spanischen Schritt anbietet. Was übrigens beide Pony und Kind für eine fabelhafte Idee halten. 🙂  Nein, unsere Reitlehrerin ist noch nicht im Irrenhaus gelandet.  🙂

Ljosfari

Bei Ljosfari habe ich mich lange gescheut mit dem spanischen Schritt zu beginnen, weil diese Übung damals Atli’s Selbstbewusstsein ganz enorm gepusht hatte. Nun sind  geringes Selbstbewusstsein und Introvertiertheit nicht unbedingt Ljosfari´s Problem um es mal diplomatisch auszudrücken. Ich hatte schon Angst, das da Hengstmanieren aufflackern und uns bei allen möglichen Gelegenheiten ein Huf um die Ohren fliegt! Alle Befürchtungen waren jedoch völlig unnötig. Bisher hat er noch nicht einmal unaufgefordert spanischen Schritt gezeigt. Vielleicht liegt es daran, das beim Clickertraining, ein anderer Weg eingeschlagen wird.
Trotzdem hatte auch der mit dem Clicker aufgebaute Spanische Schritt bei Ljosfari seine Tücken: Wir haben sehr lange gebraucht um das Stampfen (gar nicht gut für die Gelenke) wieder aus dem Bewegungsablauf herauszubekommen, das ich da unabsichtlich hineingeclickt hatte.

Beim Clickertraining wird der spanische Schritt durch einen Körpertarget ausgelöst. Dazu soll das Pferd mit dem Vorderfusswurzelgelenk ein Ziel in diesem Fall das Ende einer Springgerte treffen.

Kommando:

„Links“ und „Rechts“ je nach Bein

Signal:

Bei Atli tippe ich für das linke Bein auf Höhe des Buggelenks an, für das rechte Bein tippe ich oben auf den Mähnenkammm

Bei Ljosfari halte ich das Target vor das jeweilige Bein!

Unsere Trainingsidee:

  • Ich berühre mit dem Target das Vorderfusswurzelgelenk und  Click
  • Dann halte ich den Target einen Millimeter entfernt vom Gelenk entfernt  – sobald das Pferd sich bewegt und den Target mit dem Gelenk berührt (auch unbeabsichtigt)  – Click
  • Der Abstand zwischen Target und Gelenk wird langsam erhöht – wenn das Pferd es schafft zu treffen Click
  • Um etwas in mehr Bewegung ins Spiel zu bekommen, habe ich nach dem Click, noch einen Schritt gemacht und dann erst das Leckerli überreicht.

unserer weitere To-Do-Liste 🙂

  • Als nächstes werde ich versuchen den spanischen Schritt, links und rechts von der linken Seite aus auszulösen. Damit man nicht mehr die Seite wechseln muss um, das jeweilige Bein zu aktivieren.
  • Anschließend soll das Target im Schritt vorgehalten werden. Dabei werde ich versuchen mich selbst ein bisschen mehr aufzurichten und meine Schritte kleiner und „versammelter“ zu machen.
  • Es werden zwei Schritte gezeigt, bevor es clickt, usw.
  • Ljosfari tritt mit der Hinterhand mehr unter und hebt sich dadurch noch mehr in der Vorhand.

Tipp: 

Man sollte sein Pferd genau beobachten und wissen, welches Bein als nächstes gehoben wird, damit man nicht das Falsche abfragt und es dem Pferd damit unnötig schwer macht. Aus Atllis Video sieht man dies sehr gut, da habe ich gerade den ersten Schritt ziemlich versiebt.

Wenn man  an einer Begrenzung übt, lernt das Pferd erst gar nicht das man bei dieser Übung auch sehr schnell ins Schwanken geraten kann. 🙂

Gerade am Anfang sollte man nicht zu hohe oder zu weite Tritte verlangen, weil sonst schnell die Gefahr besteht, das der Rücken nach unten weg gedrückt wird.

Variationen:

Die Polka, da soll das Bein nur bei jedem dritten Schritt gehoben werden. Also links, schritt, schritt, Rechts, schritt, schritt, Links. Die Polka soll es dem Pferd erleichtern, die Hinterhand aktiv zu halten.

Was habt Ihr für Erfahrungen mit dem Spanischen Schritt, habt ihr auch Fehler eingebaut?

 

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5 Thoughts on “Spanischer Schritt – den Andalusier im Pony wecken

  1. Liebe Sabine,

    ein toller Beitrag! Mein Pony liebt den Spanischen Schritt auch bzw. wir können bisher nur den Spanischen Gruß, der Übergang zum Spanischen Schritt gelingt uns irgendwie noch nicht. Deswegen freu ich mich über den Tipp mit dem Target – so könnte es mit dem Schritt auch klappen. Ich werde es heute Abend gleich mal ausprobieren!

    Liebe Grüße
    Karo

    • Faunii on 19. Juni 2015 at 13:52 said:

      Hallo Karo,

      vielen Dank für Deine lieben Worte. Bei Atli hat der Spanische Schritt eine Wahnsinns Veränderung bewirkt. Er hat sich damals vom Mauerblümchen zum „Kasper“ entwickelt. Sein Verhältnis zum Menschen hat sich total verändert, er ist nun viel offener und fröhlicher.

      Ich bin sehr gespannt, wie es mit dem Target-Training bei Euch klappt – erzähl doch mal !

      Liebe Grüsse Sabine

  2. Ich hab mit dem Pony auch auf die konventionelle Art angefangen 🙂 allerdings mag er Druck nicht sehr gerne und hat es demnach nie weiter als zum spanischen Gruß gebracht. Dann hab ich auf Target umgestellt und siehe da, jetzt kann er den spanischen Schritt beidseitig problemlos zeigen und hat Spaß 😀

  3. Carolin on 6. Oktober 2015 at 20:23 said:

    Hallo Sabine,

    gerade habe ich hier nach deiner Variante den spanischen Schritt zu üben gesucht und bin mal wieder schnell fündig geworden 🙂 ! Ich liebe deine Seite.
    Im Grunde kann Tassi ihre Beine links und rechts auf Kommando heben – auch im schritt 😉 . Allerdings lässt sie ihre Beine im 90° Winkel abgewinkelt 😀 , was ja leider nicht so einen tollen Nutzen hat. Das mit dem Target hört sich echt sehr gut an. Lässt sich ja auch auf Hufvorderseite übertragen – das werde ich morgen mal versuchen 🙂 .
    Ich erhoffe mir bei Tassi auch, dass sie mehr aus sich raus kommt und aktiver wird.
    Danke für den Tipp!

    Liebe Grüße,
    Carolin

    • Sabine on 7. Oktober 2015 at 14:27 said:

      Hi Carolin,
      das finde ich total super, das Ihr Beiden Euch an diese Übung macht. Gerade den introvertierten Pferden tut diese Übung oftmals sehr gut.
      Zeig doch mal ein Video – ich bin ganz gespannt was Du Dir ausgedacht hast. Ansonsten überlegen wir noch mal gemeinsam, wie wir sie auf die richtige Idee bringen können.
      Liebe Grüsse
      Sabine

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