Schmerz-Auge

Schmerz lass nach…

Traumata Behandlung mit dem Clicker 

Viele Pferde, die man so im Laufe seines Reiterlebens kennenlernt, haben ein dickes Päckchen an negativen Erinnerungen zu tragen. Vieles was Ihre Reiter als Unarten oder Widersetzlichkeit wahrnehmen, sind lediglich die Konsequenz Ihrer bisherigen Erfahrungen. Zum Beispiel der „Gurtzwang“: Viele Menschen verstehen nicht, das obwohl sie sich viel Mühe geben, z.B. einen passenden Sattel zu kaufen und wirklich vorsichtig anzugurten, das Pferd immer noch „Lass das!“ schreit. Mein Wallach Ljosfari hatte auch dieses Problem. Wahrscheinlich schleppte er es schon seit seinem Beritt vor 6 Jahren mit sich herum. Auch bei seiner vorherigen Besitzerin hatte der Sattel gepasst und sie hatte auch wirklich sehr vorsichtig angegurtet! Trotzdem zeigte das Pony ziemlich offenkundig Unbehagen. Hier war der Clicker super hilfreich, nicht um dem Pferd die Unmutsäusserungen abzugewöhnen, sondern um das Satteln wirklich positiv zu verknüpfen.

Auch Atli hat mit solchen Verknüpfungen zu kämpfen. Nach einem Sehnenschaden am rechten Hinterbein stand er den halben Sommer in Schonhaltung. Das sich da, die Muskulatur verkrampft, verwundert niemanden! Die Chiropraktikerin kam und tat ihr Bestes, aber trotzdem blieb natürlich die Muskulatur auf der beanspruchten Seite verspannt. Auf der geschonten Seite  hatten sich die Muckis zurückgebildet, weil er immer mit diesem Bein kürzer trat, keine Last aufnahm etc. Jedesmal  wenn man ihn auf dem Paddock herumstand, trug das rechte Hinterbein kein Gewicht. Nach dem Kurs bei Marlitt Wendt, wo wir Kruppeherein mit Hüfttarget geübt haben, war dies deutlich besser geworden. Diese Arbeit müssen wir noch mehr ausbauen. 

Ein weiteres gutes Beispiel ist Sieka. Ein Pferd aus meiner Jugend, das als Jährling eine schwere Beinverletzung mit anschließender schmerzhafter Behandlung hinter sich hatte. Sie ließ keinen Menschen näher,als einen halben Meter an ihre Hinterbeine heran. Eine Hufkontrolle oder gar  -bearbeitung waren da unmöglich! Gerade solche Traumata können mit dem Clicker-Training sehr sinnvoll behandelt werden. Ob man sich das, im Einzelnen zu traut, sei mal dahingestellt.  Aber die Möglichkeit, das so vielen Tieren geholfen werden könnte, finde ich sehr  faszinierend. Einen ganz tollen Artikel zu diesem Thema hat Marlitt Wendt geschrieben, folgt doch einfach dem Link…

Schmerz-Erinnerungen erst nehmen 

Denn, wenn wir diese Dinge angehen wollen, müssen wir diese Schmerz-Erinnerungen ernst nehmen! Kein „der spinnt doch“ oder „da ist doch gar nichts“ etc. Sattelprobleme fangen nicht erst an, wenn der Sattel auf dem Pferd liegt, sondern wenn das Tier hört, wie der Reiter das verhasste Ding aus dem Spind holt. Diese Mechanismen können und müssen mit dem Clickertraining angegangen werden, will man den Kreislauf von Verspannung, Frust, Schmerz durchbrechen. Ein weites Feld, an dem hoffentlich noch viel gearbeitet wird….

Habt Ihr auch schon ähnliche Erlebnisse gehabt ?  Habt ihr vielleicht auch schon mal ein solches Trauma mit dem Clicker besiegt. Ich bin sehr gespannt auf Eure Erfahrungen! Gerne auch per Email, wenn Ihr es hier nicht erzählen wollt.!

 

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2 Gedanken zu „Schmerz lass nach…

  1. Winter Irmgard

    Ich glaube es ist eine gute Idee mit dem Klicker Schmerzerinnerungen bezw. Gurtzwang zu bekämpfen .
    Beim Gurtzwang meiner Stute Lifra hab ich es eine Zeit mit TellingtenTouches am Bauch, mit mässigem Erfolg probiert. Nun streichle ich ihr vor dem zumachen des Gurtes über die Schulter, und das klappt eigentlich ganz gut. Sie kaut viel weniger auf dem Gebiss. Liebe Grüsse Irmgard Winter

    1. Faunii Beitragsautor

      Hallo Irmgard,
      das ist ja super, das dies bei Dir auch funktioniert hat. Bei Ljosfari merkt man auch so gut, wie nichts mehr von seinem Gurtzwang. Wir gurten aber auch immer wirklich sehr langsam und vorsichtig an.
      Liebe Grüsse
      Sabine

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