Clickerpony

Ohr-Target – Ran an die Löffel :-)

Ich gebe es zu: Bisher bin ich in meinem 40jährigem Zusammenleben mit Pferden ohne Ohr-Target ausgekommen. Da stellt sich die Frage: Warum übe ich das jetzt? Und was hat das mit Medical Training zu tun ? Haben Sie einmal versucht die Ohren eines Pferdes zu verarzten? Dies kann sehr einfach sein, wenn das Pferd die Berührungen am Ohr geniesst und kratzen auch in den Ohren als Highlight des Tages empfindet. Es kann aber auch an die Vorhölle erinnern. So war ich auch schon dabei, als ein Pferd immer mit der Nasenbremse fixiert werden musste, damit ein verletztes Ohr medikamentös versorgt werden konnte.

Ich musste bisher, erst einmal Salbe an ein Pferdeohr bringen und das war bei meinem Pony Fylkir und der gehörte Gottseidank zur Geniesser-Fraktion. Diese Exemplare sind aber bei der Ohr-Target2Gattung Pferd  ausgesprochen selten. Die meisten sind so wie Atli: Sie  dulden die Berührung,   beginnen aber schnell zu zappeln oder den Kopf zu schütteln, wenn es irgendwie ernst wird, bzw. sie sich wie kleine Schweinchen bis über die Ohren paniert haben und man meint man könnte eine Drahtbürste gut gebrauchen 😃.
Auch die Vorstellung ich müsste einmal, wie bei Fylkir Salbe ins Ohr einbringen und dort auch noch einmassieren, ist doch ein sehr sportliche Idee. An eine größere Verletzung möchte ich gar nicht denken.

Und ja ich gebe es zu, das ich die Berührungen an den Pferde-Ohren angehe, hat auch einen Spiel, Spass-Spannung-Grund. Ich möchte dem Pony gerne sehr “ Ja“ bzw. „Nein“ -sagen beibringen, dies passiert im allgemeinen durch das Kitzeln im Ohr. Und da zieht bei mir irgendwie immer das Schreckgespenst des „Headbangers“ um! Von daher, ist mir aktive, wie auch passive Signalkontrolle bei diesem Thema sehr wichtig.

Weil Kopfschütteln ja, wie die Clickerleute sagen ein „billiges“ Verhalten ist, ganz im Gegensatz zum Beispiel zu einem Kompliment, ist die Gefahr natürlich riesengroß, das die schlauen Ponys diese Übung gerne auch mal unaufgefordert zeigen und ich mir so ungewollt einen „Wackeldackel“ heranziehen. Deshalb möchte ich, bevor ich an diese verlockende Übung herangehe, das Berühren der Pferdeohren ganz selbstverständlich machen. Die Ohren meiner Ponys sollen sich problemlos reinigen und  notfalls auch mit Salbe innen versorgen lassen.

Die Idee bei den Körper-Target, so auch beim  Ohr-Targets ist es das das Pferd sein aktiv in die Hand des Menschen legt.   Diese aktive Mitarbeit des Pferdes ist sehr  wichtig und so unterscheidet das Target-Training von der ganz normalen Desensibilisierungsarbeit. Das witzige ist, umso aktiver das Pferd lernen darf umso schneller geht das Training voran, weil,ja das Pferd entscheidet. Es fühlt sich nicht so ausgeliefert und in die Situation gepresst, sondern lernt stressfrei, das Ohren anfassen ungefährlich und ganz schmerzfrei ist ! 🙂

So sieht Atli´s momentaner Trainingsstand aus 🙂

Meine Trainingsidee

Ohr-Target

Zielsetzung:

Das Pferd soll auf Kommando sein Ohr an die Hand des Trainers halten.

Kommando:

„Ohr“

Signal:

Die Hand wird hingehalten.
Ja, ich weiss auch nicht so genau wie er den Unterschied zu Auge hinbekommt 

Startpunkt:

Das Pferd steht frei neben mir. Ich lege meine Hand  an das Ohr und clicke, wenn das Pferd dies zulässt.

Lernprozess
  • Ich halte die Hand, einige Millimeter neben das Ohr  und wenn das Pferd auch nur zufällig mit Ohr meine Hand berührt, dann gibt es einen „Click“. Bei Atli war das ein Geduldsspiel, bei Ljosfari, der doch sehr deutlich verinnerlicht hat, das man etwas tun muss, damit man Clicks ernten kann, ging es wesentlich schneller. Könnte aber auch an den vielen Flugtieren um uns herum gelegen haben 🙂 allerdings war es dadurch natürlich auch nicht möglich seine Hand genau neben dem Ohr zu positionieren und so auf einen Treffer zu warten.
  • Weitere Punkte an denen ich noch arbeiten muss:

  • Die Hand weiter wegnehmen, so das Ljosi noch ein bisschen mehr Koordination braucht um die Hand zu treffen.
  • ich nehme die Hand nicht zu weit weg, möchte dafür aber auch mehr Berührung im Innenohr. Immer daran denken; Es ist für das Pferd etwas anderes, ob es die Ohr aktiv zur Hand bringt oder ob es Berührung passiv erträgt.
  • Dauer der Innenohr-Berührung ausdehnen.
Bei empfindlichen Pferden 
  • Es gibt natürlich auch Pferde, die sehr, sehr heikel mit ihren Ohren sind! Da würde ich mich erst mal sehr  langsam vom Hals über die Ohrwurzel mich langsam zum Ziel vorclicken.

 

Links: 

Augen-Target: 

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3 Gedanken zu „Ohr-Target – Ran an die Löffel :-)

  1. Karo

    Liebe Sabine,
    ich hab deinen Beitrag gesehen und direkt das Ohr-Target geübt. Danke für die Inspiration! 🙂
    Mein Pony liebt es, an den Ohren gekrault zu werden. Das ist für ihn Entspannung pur. Außer ich zeige mit dem Zeigefinger auf sein Ohr – dann sagt er „Nein“. Und weil er zu den schlauen Ponys gehört, sagt er oft und gerne „Nein“. Deswegen habe ich diese Übung so ziemlich sofort aus unserem Training geschmissen. 🙂
    Das Ohr-Target fand Sleipi gut, er hat schnell verstanden, was er machen soll. Ich fand es eine schöne neue Übung.
    Liebe Grüße
    Karo

    1. Sabine Beitragsautor

      Hallo Karo,
      ja, ich denke auch das mein Atli, das „Nein“ sagen schnell für sich entdecken wird. Deshalb wollte ich auch den Ohrtarget erst gut festigen. So ein „Wackeldackel“ wäre nämlich meine persönliche Horrorvorstellung. Deshalb gehe ich auch gerade noch mal in mich, wie ich die Signale möglichst eindeutig geben kann, damit es mit der Signalkontrolle keine Probleme gibt.
      Aber ich freu mich total, das Ihr den Ohr-Target – so gut umsetzen konntet. 🙂
      Liebe Grüsse
      Sabine

  2. Pingback: Clickergrundlagen: Das Target - Ponyliebe

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