Horse Agility

Horse Agility mit Nina Steigerwald

Müde, kaputt, aber super motiviert, sind Ljosfari und ich aus Hennef wieder zurückgekehrt. Auf dem Eulenhof, hatte die liebe Wibke Deutsch einen Horse Agility-Kurs mit Nina Steigerwald perfekt organisiert. Gut eingestimmt durch Nina´s Theoriestunde machten wir uns am Samstagmorgen an das erste Trainingsspiel. Die Aufgabe: Ein menschliches Pferd durch die von Nina entwickelte Trainingsuhr zu clicken.  Beim Lesen in Nina´s Buch Horse Agility hatte sich diese Uhr noch als völlig unproblematische einfache Übung getarnt. Samstagmorgen um halb Elf in Hennef, sah das ganz anders aus! Sekunden und Durchgänge zählen, rechtzeitig eine Stunde weiterrücken und dann noch auf 6 Uhr die Futterhand wechseln. Barbara, mein menschliches Pferd und Versuchskaninchen kam mit dem Korrigieren gar nicht hinterher. Ich fürchte ich bin ein Bewegungslegastheniker. 🙂 aber ich arbeite dran!

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Ich gebe zu, ich habe bisher beim Clicken nicht gezählt. Ich habe es immer mal wieder versucht, bin aber an der eigenen Unzulänglichkeit kläglich gescheitert. Wenn man allerdings Nina bei der Arbeit zusieht. Wie sie z.B. einen sehr jungen, ungeduldigen Warmblüter mit Erziehungsdefiziten innerhalb weniger Minuten dazu bringt, das verhasste Ohrmützchen zu lieben, wird man doch bekehrt, genauer zu evaluieren, wo man genau steht, und was, wie, wie oft geklappt hat und wo man eigentlich hin will!  Dies geschieht natürlich mit einem möglichst genauen Trainingsplan, wieder so ein Ding, was meinem Chaotenherzen nicht ganz so gut schmeckt.

Dadurch, das Barbara und Nina mich so gut vorbereitet haben, hat die Uhr bei Ljosfari auch wirklich sehr gut funktioniert, obwohl ich nicht genau wissen möchte, wie oft ich mich verzählt habe.   „Da geht noch was“ – heisst – meine Trainerleistung hat noch deutlich Luft nach oben. 😉
Ich muss das unbedingt mit den Hunden üben, damit ich den  Bewegungsablauf noch mehr verinnerliche.

15-06-21-_0084webDanach durften  wir Horse Agility Anfänger dann an die „Geräte“  🙂 Als erstes übten wir: „Kannst Du Dich mit allen vier Füssen auf das schreckliche, rote Ding stellen. Da war das kleine „Graue“ noch sehr zuversichtlich. Als er dann feststellte das Nina nicht 3 Beine auf der Matte haben möchte und auch nicht 3 1/2 wurde er doch sehr viel konzentrierter. Zumal ihn jedes „Versagen“ eine Runde kostete, (er musste einmal um das Gerät herumgehen), was er, um er um es mal auf den Punkt zu bringen „Sch…ade.“  fand.

Dieses Element des Clickertrainings, das Fehlverhalten, das Pferd etwas kosten muss, habe ich bisher nicht umgesetzt. Obwohl ich mir die Vorteile dieses Konzept´s so beispielhaft vor Augen geführt wurden, bin ich doch etwas zwiegespalten. Wenn man in die Gesichter der Pferd blickt, sieht man deutlich ihren Unmut. Ich habe gesehen, das dieses Trainingselement die Geschwindigkeit mit der Dinge trainiert werden können, extrem erhöht. Bei vielen Dingen, die nicht vorwärts gehen oder ins Stocken geraten, werde ich sie auch bestimmt einsetzen, aber es ist eben auch eine Strafe (negative Strafe – es wird dem Pferd, die Möglichkeit genommen sich Clicks und damit Futter zu verdienen). Das ist für mich ein zweischneidiges Schwert, weil das Pferd, gerade wenn es mehrfach nicht zum Erfolg kommt, eben auch einen ganz gewaltigen Frust schiebt. Sicher versucht man durch Management und kleinschrittiges Arbeiten, das Tier möglichst schnell erfolgreich sein zu lassen und so die Frustration möglichst gering zu halten. Inwieweit dies jedoch von Erfolg gekrönt ist, hängt aber zu einem ganz grossen Teil von der Erfahrung und dem Können des Trainers ab. Mit Nina an unserer Seite hatten wir da keine Schwierigkeiten! Sie ist ein wahres Genie im Finden des nächsten Zwischenschrittes, den das Pferd bewältigen kann. 🙂

Nachdem wir am Sonntag die rote Matte auf die Grösse der Wippe zusammengefaltet hatten und es dem Pony tatsächlich gelungen war, sich so weit zusammenzuschieben und alle Füsse richtig zu plazieren, durften wir auch an die wunderbare Kufenwippe. Die Nina nach allen Regeln der Kunst so feststellte, das sie auch auf dem Sandboden nicht wackelte.  Nach dem ersten vorsichtigen Herantasten war das Pony auch sehr zuversichtlich, das dieses komische Ding tatsächlich begehbar ist. 15-06-21-_0285webAls er diese Herausforderung fünfmal gemeistert hatte, nahm Nina eines der vielen Feststellelemente heraus und die Wippe hatte wirklich nur einen minimalen Ausschlag, aber selbst diese geringe Instabilität war für mein Pony doch eine enorme Herausforderung, die er aber schlussendlich durch Nina´s grossartiger Hilfe doch meisterte. Super Pony!!!

Nina trainiert unglaublich schnell und effektiv.  Da bin ich wirklich noch unendlich weit von entfernt. Meine Ponys bekommen noch sehr viele „Herzensclicks“ – Mitleidclicks weil sie sich doch so sehr bemühen oder sie es geschafft haben ihre Angst zu überwinden, usw. usw. – meine Empathie lässt meine Daumendisziplin schneller schmelzen als ein Softeis im Hochsommer.  😃 Ich weiss, das ich mich mit diesen Mitleidclicks, auch sehr oft festclickere, ich also keinen Fortschritt bekomme. Trotzdem kann ich nur sehr schlecht aus meiner Haut.

Nina ist eine solche begeisterte unermüdliche Lehrerin. Immer wieder zauberte sie noch eine Idee für einen Zwischenschritt hervor und ihre wahnsinnige Präzision ist wirklich beispielhaft und ein unglaublicher Ansporn besser werden zu wollen. Ich freue mich schon auf den nächsten Kurs und ich glaube, wenn wir zu Hause ganz viel üben, darf das nächste Mal auch das „Hasenherz“ Atli mitfahren 🙂

Links:

Homepage von Nina Steigerwald  mit ganz vielen Terminen rund um das Thema Pferde clickern und Horse Agility

Youtube: von Nina und Ihren Pferden gibt es auch ganz viele wunderbare Videos. 

HundKatzeMaus-Bericht über Nina Steigerwald und Horse Agility

Facebookgruppe: Horse Agility 

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4 Gedanken zu „Horse Agility mit Nina Steigerwald

  1. Helga

    Hallo, ich suche nach einem Clickerkurs in Mittelfranken oder Baden-Württemberg.

  2. Pingback: Atli und die Wippe - Clickerpony

  3. Pingback: Hühnermodul - oder wie Berta meine Schwächen enttarnte :-)

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