Futterlob – 3 Möhren für Atli …

Wenn ich erzähle, das ich mit meinen Ponys Clickertraining mache, bekomme ich von anderen Reitern oft die Antwort: Das ginge mit meinem Pferd gar nicht, der wird immer total rüpelig, wenn ich ihn aus der Hand füttere. Bei einer Freundin geht das Trauma, so weit das sie Leckerlis nur im Trog füttert.

Ich muss zugeben, ich hatte diese Sorgen auch. Gerade bei meinem Grauen, der, wie soll ich es nett formulieren, sehr stark „futterorientiert“ ist. Wagt es einer seiner Kumpels ihm beim Fressen zu nahe zu kommen oder gar an dem Heusack zu stehen, den der werte Herr gerade als den eigenen ins Auge gefasst hat, dann ist der Teufel los.  So warte ich immer noch auf den Moment,  wo er vor mir steht und  sagt: Leckerchen raus oder Leben – stattdessen eitel Sonnenschein, manchmal ist es mir diese Clickerei unheimlich. 🙂 🙂 😉

Mit Atli übe ich jetzt schon seit 8 Jahren Zirkuslektionen, zwar immer mit Leckerchen, aber geclickert habe ich ihn nur sehr selten. Ganz einfach,  weil auch er mir viel zu stark aufdrehte und ich seine (Über-)Motivation nicht in den Griff bekam. Ich hatte damals einfach niemanden, der mir aus diesem Dilemma heraushalf. Heute weiß ich, das auch positives Training, Stress verursachen kann.  Pferd und ganz besonders auch der Mensch müssen erst lernen mit dem Futterlob  umzugehen. 

Mir haben bei der Futter-Erziehung  neben den Kursen bei Marlit Wendt –  das Video von Viviane Theby und Nina Steigerwald

Erziehen und gymnastizieren

Pferde-Clickertraining für Einsteiger von Viviane Theby und Nina Steigerwald

sowie der Artikel von der Webseite Wege zum Pferd

Futter aus der Hand? Ja, aber bitte mit Tischmanieren á la Knigge!

sehr weitergeholfen.

Gerade Atli´s Entwicklung in dem Jahr intensiven Clickertrainings finde ich sehr interessant. Zwar bettelt er immer noch sehr gerne, aber im tiefsten Innersten seines Herzens weiß er wohl, das es für „Schöngucken“ nichts mehr gibt. Er unterläuft zwar hin und wieder meine Signalkontrolle, in dem er dann doch „Flehmen“ anbietet. Was daran liegen könnte, das er dann zwar nicht mit Leckerchen belohnt wird, aber mit einem gute Laune-Grinsen. Ansonsten arbeitet er sehr konzentriert mit und hat nur selten Höflichkeitsaussetzer. Wenn es aber zu diesen Aussetzern kommt, ist dies für mich ein deutlicher Hinweis, das der Stresslevel zu hoch ist und ich an der Entspannung arbeiten muss.

Nach dem Betrachten meiner Videos werde ich oft gefragt, ob bei der Übung  eine ganze Leckerchentüte drauf gegangen ist ?  Ich kann dann nur sagen: Nein, es  waren nur drei Möhren ( zugegeben ich schneide sie sehr klein). Drei Möhren verfüttert, aber jeder meiner Stallkollegen auch  –  für`s ankommen – für´s lieb schauen – damit das Kraftfutter besser rutscht – für´s aufsteigen –  für´s wegbringen usw., usw.. – nur gut,  das ich die „Leckerchentante“ bin. 😉

Please like & share:

4 Gedanken zu „Futterlob – 3 Möhren für Atli …

  1. Ann-Christin

    Jajajajajaaaa…ich bin auch als die Leckerlitante verschrien. Dabei gibts für Rán pro Clickereinheit sogar nur 2 Möhren (wenn die lang sind 😀 ) und eine handvoll Dreesy Clickerleckerlis/andere kleine Pellets. Ich glaub, von all meinen Freundinnen kaufe ich am wenigstens Leckerlis, nur einmal im Jahr auf der Pferdemesse den großen dicken Dreesy Eimer und evtl 2 oder 3 weitere Minipackungen im ganzen Jahr – wenn ich mit ihnen aber Pferdesachen shoppen bin, landet in derem Korb immer der obligatorische Sack (fürs Liebschauen vom Pferd etc 😉 ).
    Und ja ich gebe es zu: Konsequentes Leckerlifüttern ist nicht einfach! Ich entziehe mich dem auch. Rán bekommt von mir immer ein Guzi zum Hallo und eine Krauleinheit zum Tschüss. Interessanterweise ist Rán die einzige aus der Herde, die nicht an der Stalltür (= im Offenstall gleichbedeutend mit Futterkammer 😀 ) steht und bettelt. Wenn sie da überhaupt steht, dann mit Abstand und nur neugierig schauend. Komisch … diese Clickerponys. 😀

  2. Pingback: Du clickerst?!!!! | Ponyliebe

  3. Pingback: Clickerleckerchen - Clickerpony

Kommentare sind geschlossen.