Auf dem Blog“ Tassi – eine Pferde-Oma mit Charme  habe ich kürzlich den Artikel  „Clown spielen / Das Lachen des Menschen / Positive Gefühle“ gelesen und musste unwillkürlich über die Pferde in meinem Leben nachdenken.

Als meine Freundinnen Ljosfari kennenlernten, fiel immer wieder der Satz:  Wie schaffst Du es nur, Dir immer wieder solche Pferde auszusuchen. Ich bin mir da nie sicher, ob das als Kompliment gemeint. Denn  tatsächlich scheint das kleine Graue, die lange Reihe von Pferdekomiker in meinem Leben zu komplettieren. Schon nach zwei Tagen, hatte er von meiner Stallnachbarin den Spitznamen „Spassbacke“ bekommen. 😉

Einmal wurde ich, nach einem zugegeben sehr langem Urlaub, von meinem Stallbesitzer mit den Worten begrüsst: Gut, das Du da bist, noch ein Tag länger und ich hätte ihn erschossen. Gemeint war mein erstes Pferd Skuggi, der zugegebener weise ein wirklicher Filou war und einen zur echten Verzweiflung treiben konnte.  Alle seine Streiche aufzuzählen, würde einen weiteren Blog füllen.  Er schwankte immer zwischen Genie und Wahnsinn und war wirklich sehr schnell unausgelastet.

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Was mich nun zu meiner Frage führt: Suche ich mir diese  „Welleprinzen“ aus oder mache ich jedes harmlose Anfängerpony zur Geißel der Menschheit ? Ich glaube es ist ein Mix aus Beidem. Einmal bin ich mit einer Freundin durch einen sehr großen Islandpferde-Verkaufsstall gelaufen. Sie hatte eigentlich ihren Kandidaten schon gefunden, wollte aber noch mal sehen, ob sich nicht noch irgendwo ein Rohdiamant versteckte. Wir guckten so in die verschiedenen Boxen und auf einmal stand ich vor einem Pony, das mich sofort ansprach. Also ich würde den nehmen, sagte ich zu meiner Freundin, diese machte: Buuuuh“ in die Box hinein und das Pony schmiss sich sofort in Pose. Klar, sagte Heike, das ist genau so ein Kasper, wie Deiner zu Hause.

Soweit ist die Geschichte klar, ich suche mir die Spinner aus, Geschichte fertig! Doch dann kommt Atli, das erste Pferd in meinem Leben, das ich mir bewusst ausgesucht habe. Ich hatte gerade ein Kind bekommen und suchte ein Pferd, das komplett unproblematisch sein sollte und das habe ich mir dann auch gekauft! Ein Vernunftskauf, ein unauffälliger Rappe mit Prinz-Eisenherz-Frisur, ausgesprochen introvertiert – schön und schwierig hatte ich ja schließlich schon zu Hause.  Ihm reichte seine Herde, dann war er glücklich, was ja für die Mutter eines Kleinkindes eine wirklich gute Sache ist, denn Zeit hatte ich ja am allerwenigsten .

Das kleine Schwarze führte sein Mauerblümchendarsein, 14-04-13-05webaber nur bis zu unserem allerersten Zirkuslektionen-Kurs. Da wuchs mein Pony nämlich über sich hinaus. Spanischer Schritt bis zur Decke, auf das Podest sprang er immer wieder freiwillig.  Jedoch nie, ohne mit lautem Schnorcheln zu betonen, welche Todesgefahr er da gerade auf sich nahm. Auf gut deutsch ein echter Kasper. Also mache ich meine Ponys zu Komikern. Ja und nein, ich glaube es liegt an der Einstellung.

Carolin hat erzählt, wie sie sich darüber freut, wie Tassi, die alte Dame ihre Futtereimer immer wieder umstösst und es auch schafft sie wieder aufzustellen. Wieviele Menschen würden sich einfach nur über die Schweinerei ärgern und ihr einen Eimer umhängen, damit sie das teure Futter nicht auffegen müssen.

Ich habe mich immer mit meinen Pferden verbunden gefühlt. Aber nach einem Jahr Clickertraining habe ich das Gefühl, als hätte man mir die Scheuklappen abgenommen. Mein Blick auf die Pferde ist nun offener und in vielerlei Hinsicht auch klarer. Wir haben sicher noch einen langen Weg vor uns, aber ich bin mir sicher: Wir werden viel Spass haben!

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One Thought on “Der Kasperle ist da…

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