Konditionierung auf den Clicker

Konditionierung – und es hat Click gemacht

Wenn man sich entschlossen hat zu clickern, möchte man meist lieber heute als morgen damit anfangen. Dann stellt sich die Frage, wie mache ich das ? Woher weiss mein Pferd, das der Click „Richtig“ bedeutet? Konditionierung heisst da das Zauberwort! Die gibt es einmal in der klassischen Variante, wie bei den Pawlowschen Hunden oder als operante Konditionierung.

Klassische Konditionierung:

Möchte ich mein Pferd klassisch konditionieren: Stelle ich mich vor´s Pferd und clicke und schiebe so schnell wie möglich ein Leckerchen ins Pferdemaul. Dies wiederhole ich so an die 10-20 Mal, dann müsste das Pferd den Zusammenhang zwischen dem komischen Geräusch und „Gaumenfreuden“ eigentlich erkannt haben. Dann noch zweimal die Konditionierung an unterschiedlichen Orten wiederholen und schon kann es mit einfachen Übungen losgehen. Da bietet sich die Höflichkeitsübung an, aber das ist wieder ein anderes Thema. 🙂

Operante Konditionierung:

Bei der „Operanten Konditionierung“ schaltet man noch eine kleine, möglichst leichte Übung vor. Man sollte diese Übung mit Bedacht wählen, da diese erste mit positiver Verstärkung erlernte Lektion dem Pferd meist sehr lange im Gedächtnis bleibt und auch immer wieder gerne zum Betteln benutzt wird. Kopfschütteln wäre da ausgesprochen hinderlich. Sehr gut geeignet sind Übungen mit Gegenständen, also zum Beispiel, Target berühren oder Kegeltouch. Warum ist das hilfreich ? Weil man die Gegenstände, nach der ersten Übungseinheit ganz umproblematisch wegräumen und so die ganz großen Bettelorgien meist vermeiden kann.

Atli´s Konditionierung mit einem Pylonen aus dem Jahr 2013, man sieht ich mache es ihm ein bisschen schwer, aber er bleibt trotzdem am Ball. 🙂 Wenn Ihr wissen wollt, wie man es richtig macht, schaut Euch Nina´s Video an! 

Wie gut den Pferden diese erste Übung im Gedächtnis bleibt, habe ich erst letztens wieder bemerkt. Ljosfari habe ich ja mit Hilfe des Kegeltouches konditioniert. Als ich mit Heike Urthmann letztens Pre-WWYLM geübt habe und ging als erstes immer die kleine Pferdenase auf Kontakt mit den Pylonen, obwohl wir diese Übung vor 1,5 Jahren zum ersten und letzten Mal geübt haben. Trotzdem war sie im Gedächtnis als würden wir dies jeden Tag üben.

Konditionierung, aber wie …

Am einfachsten ist es, wenn man bei der Konditionierung hinter einer Absperrung steht, so dass das Pferd einen nicht erreichen kann. In der einen Hand hält man Target und Clique ( Ja, das geht gleichzeitig! ) Notfalls muss man vorher ein bisschen üben:-). Die andere Hand überreicht das Futter und muss entsprechend schnell sein, damit die Verknüpfung auch funktioniert. Beim ersten Mal hält man den Target so hin, dass das Pferd ihn sozusagen berühren muss (allein schon aus Neugierde), sofort Click und Belohnung. Target wegnehmen und erneut vor die Nase halten Click/Leckerchen, dies macht man solange bis das Pferd schon anfängt den Target zu suchen (aufpassen nicht clicken, wenn das Pferd versucht in den Gegenstand zu beissen.) Dann versucht man die Ausrichtung des Target ein wenig zu variieren und schaut ob das Pferd die Aufgabe begriffen hat und dem Gegenstand folgt, wenn ja Bingo!!! Es ist wirklich ein magischer Moment, wenn das Pferd versteht, das es selbst den Click auslösen kann. Wenn es anfängt rumzuprobieren, welche Bewegung denn nun auf dem schnellsten Weg zur Belohnung führt. 😇

Ein weiterer Vorteil der operanten Konditionierung ist, das dem Pferd schon vom ersten Moment an klar wird: Ich muss etwas für den Click tun – ich muss aktiv werden. Dies kann bei Pferden, die in der erlernten Hilflosigkeit hängen natürlich schwierig werden, alle anderen Tiere sind begeistert.

Welches Futter nimmt man am besten?

Am besten ein sehr kleine Futterstücken, die das Pferd sehr, sehr gerne mag. Denn wie sagt Marlitt Wendt immer so schön, man muss das Tier mit Dingen belohnen, die es auch wirklich haben möchte. Wenn ich versuche meine Ponys mit super teueren Bio-Hagebuten zu belohnen, die diese aber sofort wieder auf schnellsten Weg ausspucken, dann ist der Belohnungseffekt gleich null. Wenn Ihr wissen wollt, welche Goodies ich benutze, folgt doch einfach dem Link.

Links:

Marlitt Wendt: Wie das Pferd lernt, den Clicker zu verstehen…

Außerdem gibt es auf Youtube ein ganz tolles Video von Nina Steigerwald:


Konditionierung auf den Clicker
hier den Ton unbedingt laut stellen….:-)

Ebenfalls sehr gut auf Youtube ein Video von Mona-Lie -Clickertraining mit Pferden – die Anfänge. Das Konditionierung (hier ohne Target) wird wunderbar erklärt, ebenso wie das Höflichkeitstraining. Es agiert aber kein Profi und so man kann wunderbar den Blick schulen, wo hätte man noch clicken können, wo kann der Click zu spät oder die Hand war schon vor dem Click auf den Weg.

sowie einen sehr spannenden Erfahrungsbericht von Ann-Christin und auf ihrem Blog Ponyliebe: Fáfnir lernt Clickern, auch hier gibt es ein Video, von der ersten Konditionierung, leider ohne Ton, aber so kann man ja auch gut überlegen, wann hätte ich geclickt.

Auf jeden Fall super wichtig, wenn man mit dem Clickern beginnen möchte, ist der „Survivalguide für Clickeranfänger“ von Sady Czarnecki nachzulesen auf ihrem Blog „Motionclick“

3 Gedanken zu „Konditionierung – und es hat Click gemacht

  1. Pingback: Höflichkeit ist eine Zier... - Höflichkeitstraining

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